VfB Stuttgart : FC Augsburg 2:1 (1:0)
So, 20.11.2011, 15:30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena, Stuttgart60.000 Zuschauer - Christian Dingert (Thallichtenberg)
VfB atmet nach 2:1 auf - "Brutaler Arbeitssieg"20.11.11

Foto: dpa
Begeisterung sieht irgendwie anders aus. Als Schiedsrichter Christian Dingert den VfB Stuttgart endlich mit dem Schlusspfiff erlöst hatte, trotteten dessen Spieler in die Cannstatter Kurve der ausverkauften Mercedes-Benz Arena.
Dort stehen die treuesten Fans des früheren Champions-League-Teilnehmers - doch an diesem Sonntagabend hatten sie nur fußballerische Magerkost gesehen. Keine zwei Minuten dauerte der gemeinsame Jubel von Spielern und Anhängern nach dem glücklichen 2:1 (1:0) über das Schlusslicht FC Augsburg, dann gingen die Bundesliga-Profis in die Kabine.
Die Stuttgarter waren einfach erleichtert, mit den drei Punkten gegen den Aufsteiger ihre Serie von drei Spielen ohne Sieg beendet zu haben und wieder auf Rang sechs und damit einen Europapokal-Platz vorgerückt zu sein. Doch die Leistung entsprach bei weitem nicht der beeindruckenden Kulisse der 60 000 Zuschauer. "Das Ergebnis war heute das Wichtigste für uns", sagte Sportdirektor Fredi Bobic, der in der Pause geschimpft hatte, die erste Halbzeit sei die mit Abstand schlechteste des VfB in dieser Saison gewesen. Trainer Bruno Labbadia war "froh, dass wir einen brutalen Arbeitssieg gelandet haben".
Immerhin hatte der VfB im Schwaben-Duell gegen die Augsburger nicht wieder den Aufbaugegner für abgestürzte Teams gegeben, so wie ihm das etwa in Mainz (1:3) oder gegen den Hamburger SV (1:2) passiert war. Doch taugt die Qualität des Meisters von 2007 nach dem Abstiegskampf der Vorsaison wirklich schon wieder für höhere Gefilde? "Es gibt noch Steigerungspotenzial nach oben", sagte der starke VfB-Torwart Sven Ulreich. "Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen." Doch vergegenwärtigt man sich Labbadias Analyse, dann dürfte das auch noch eine ganze Weile dauern.
"Es ist einfach schwer, gegen kompakt stehende Mannschaften. Dafür braucht man Spielstärke", erklärte der 45 Jahre alte Coach. "Uns fehlt aber die klare spielerische Linie. Für uns ist das nichts Neues, das müssen wir uns Meter für Meter erarbeiten."
Zumindest konnte Labbadia wieder einmal auf Martin Harnik zählen. Mit einem Tore-Doppelpack und seinen Saisontreffern fünf und sechs in der 41. und 51. Minute sorgte der österreichische Nationalspieler dafür, dass der VfB nach mehr als fünf Wochen ohne Sieg wieder erfolgreich war. "Seine Entwicklung ist sehr positiv", lobte ihn Bobic. Für den zwischenzeitlichen Gäste-Ausgleich hatte in Tobias Werner (47.), der den Ball aus 17 Metern in den Winkel zirkelte, der stärkste Mann auf dem Platz gesorgt. Zu mehr reichte es für den FCA trotz einer engagierten und ebenbürtigen Leistung aber nicht.
Das ließ einen sehr "frustrierten und enttäuschten Trainer" zurück, wie FCA-Coach Jos Luhukay selbst sagte. Der biedere VfB hatte aus wenigen Chancen zwei Tore gemacht, die ersatzgeschwächten Augsburger aus deutlich mehr nur eines - und stehen mit acht Punkten und nur einem Saisonsieg weiter ganz unten. "Wir machen in der entscheidenden Phase des Spiels die Tore nicht", haderte Luhukay.
Der VfB überzeugte allenfalls kurz vor und nach der Pause, als er etwas energischer nach vorn spielte. Zu größeren Zielen als eventuell der Qualifikation für die Europa League gab die insgesamt müde Vorstellung aber keinen Anlass. Labbadia und Bobic wissen das.
Spieldaten:
Ballbesitz in %: 53,4 - 46,6
Torschüsse: 11 - 15
gew. Zweikämpfe in %: 50 - 50
Fouls: 24 - 18
Ecken: 5 - 4
Quelle: optasports.com










